Os Gemeos - Sao Paulo          
 
Dadurch, dass Os Gemeos in Brasilien anfangs nur sehr wenig über Graffiti wussten, haben sie viel experimentiert. Dies war die Chance, Grenzen zu überschreiten, von denen sie überhaupt nicht wussten, dass es sie gibt. So konnten sich auch ihre heutigen Techniken, Arbeitsweisen und Stile entwickeln.

Ein interessanter Unterschied zu Graffitis aus anderen Ländern ist zum Beispiel der Tagstyle, der ursprünglich sehr stark von Logos und Schriftzügen von Heavy-Metal Bands inspiriert war, heute aber eine ganz eigenständige Schriftfamilie bildet. Oder auch der ganz selbstverständliche Einsatz von Latexfarbe als Fill-in in ihren Bildern zu benutzen, die aber auch traditionell zum bomben in den Straßen von São Paulo verwandt wird.

Oft sind die Gewohnheiten, Traditionen und Werte der Brasilianer Thema ihrer Bilder, die häufig so verschlüsselt sind, dass nur Eingeweihte sie verstehen können.

Os Gemeos malen immer zusammen. Character, Schriftzüge, Hintergründe – alles entsteht in Teamwork. Reden müssen sie dabei nicht viel, denn sie verstehen sich, auch ohne viele Worte zu machen.

Manchmal kann ein Schweigen mehr ausdrücken als tausend Worte.